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American History X

Genre: Drama
Land: USA
Erscheinungsjahr: 1998
Länge: 114 Min.
Altersfreigabe: ab 16 Jahren

Stab:

Musik: Anne Dudley
Regie: Tony Kaye

Darsteller:

Edward Norton: Derek Vinyard

Edward Furlong: Danny Vinyard

Beverly D’Angelo: Doris Vinyard

William Russ: Dennis Vinyard

Avery Brooks: Dr. Bob Sweeney

Jennifer Lien: Davina Vinyard

Elliott Gould: Murray

Stacy Keach: Cameron Alexander

Ethan Suplee: Seth Ryan

Fairuza Balk: Stacey

Guy Torry: Lamont

Michelle Christine White: Lizzy

Handlung:

Derek Vinyard, ein in der Neonazi-Szene aktiver Skinhead, stellt nachts zwei Afroamerikaner, die sein Auto stehlen wollen. Er erschießt einen und ermordet einen zweiten brutal durch „Randsteinbeißen“. Derek erhält wegen „voluntary manslaughter“ (Totschlags) eine dreijährige Haftstrafe und avanciert endgültig zum Helden sowohl der lokalen Neonaziszene als auch seines jüngeren Bruders Danny, der als Augenzeuge mit seiner Aussageverweigerung Derek vor einer deutlich höheren Gefängnisstrafe bewahrt.

Drei Jahre später ist auch Danny fest in der Szene verankert. Nachdem er einen Aufsatz für die Schule provokativ unter dem Titel „My Mein Kampf“ verfasst hat, bekommt er vom afroamerikanischen Schulleiter Sweeney Einzelstunden. Mit dem Einzelunterricht unter der Überschrift „Amerikanische Geschichte X“ möchte der Schulleiter ihn zum eigenständigen Denken anregen. Verweigert er die Mitarbeit, erfolgt ein Schulverweis. In der ersten Einheit soll er einen ehrlichen Aufsatz über sein großes Vorbild Derek schreiben.

Am selben Tag wird Derek nach Verbüßung seiner Strafe von der Familie am Gefängnis abgeholt. Er hat keine Glatze mehr und sein Verhalten ist weniger konfrontativ. Es wird klar, dass Derek sich von der Szene und ihrer Ideologie abgewandt hat. Vergeblich versucht er, Danny den Besuch eines Rechtsrock-Konzerts des älteren Neonazi-Anführers Cameron Alexander auszureden. Auch Derek erscheint auf der Party, um seinem früheren Mentor Alexander seinen Ausstieg aus der Szene mitzuteilen. Das lässt dieser nicht gelten; er möchte Derek wieder als Kronprinzen einsetzen, zumal sich die rechten Gruppen in der Zwischenzeit koordiniert haben und eine nicht zu unterschätzende Macht darstellen. Als aber Alexander versucht, die beiden Brüder gegeneinander auszuspielen, verliert Derek die Nerven, greift Alexander körperlich an und bringt damit seine alten Szene-Freunde gegen sich auf. Er wird von seinem angeblichen Freund Seth sogar mit einer Pistole bedroht. Auch Danny reagiert wütend, woraufhin Derek ihm in einem langen abendlichen Gespräch die Gründe für seinen Einstieg und Ausstieg aus der Szene offenlegt.

Blick zurück in die Vergangenheit: In einem Gespräch am Esstisch der Familie Vinyard, in dem der noch jugendliche Derek von der Lektüre des Buches Native Son aus dem Englischunterricht erzählt, zeigt sein (später getöteter) Vater eine rassistische Grundhaltung. Er äußert sich negativ über die affirmative action der Behörden, die ihm an seinem Arbeitsplatz weniger qualifizierte afroamerikanische Kollegen zur Seite stellten, wobei bessere weiße Mitbewerber das Nachsehen hätten. Damit überzeugt er Derek, das Buch und die Lehren seines Englischlehrers nicht ernst zu nehmen.[1]

„Vater: ‚Tauschen wir jetzt alle guten Bücher gegen schwarze Bücher? […] Sowas musst du in Frage stellen, Derek. Du musst den Überblick behalten …‘
Derek: ‚… weiß nicht, trotzdem. Ich weiß nicht. Dr. Sweeney, der macht einen so starken Eindruck, dass es schwer ist, nicht zuzuhören. Na ja, manches was er sagt, das ist vielleicht …‘
Vater: ‚… das ist Blödsinn … ‘
Derek: ‚Ja … vielleicht manchmal …‘
Vater: ‚Nein, nein, es ist Nigger-Blödsinn … das verstehst du, oder?‘
Derek: ‚Ja‘ …“

Wenig später wird Dereks Vater, von Beruf Feuerwehrmann, bei einem Einsatz von einem Schwarzen erschossen. Dieser Verlust bestärkt den haltsuchenden Derek in seiner rassistischen Entwicklung. Seine Bekanntschaft mit dem überzeugten Neonazi Alexander lässt Derek weiter in die Szene einsteigen. Alexander nutzt geschickt Dereks ausgeprägtes Charisma, um die jüngere Generation anzusprechen.

Erst während seines Haftaufenthalts durchschaut Derek, dass es Cameron nicht nur um das eigene rassistische Weltbild ging, sondern vor allem um persönliche Vorteile und den Ausbau der eigenen Macht. Dazu passt, dass die Neonazi-Gang (Aryan Brotherhood), an die Derek im Gefängnis schnell Anschluss findet, mit „Chicanos“ Handel treibt, um an Drogen für weiße Mithäftlinge zu gelangen. Angewidert wendet sich der idealistische Derek von der Aryan Brotherhood ab. Ohne sie wird er unterdrückt, vergewaltigt und ist den weißen Häftlingen im Gefängnis schutzlos ausgeliefert. Derek beginnt folglich im Gefängnis, seine menschenfeindliche Ideologie grundlegend zu hinterfragen und erkennt immer mehr die Unsinnigkeit seiner Weltanschauung.

Bei der gemeinsamen Arbeit in der Wäscherei macht Derek zudem die Bekanntschaft eines Schwarzen, genannt Lamont, dem er zu vertrauen beginnt und gegenüber dem er nach und nach auftaut. Diesem Mitgefangenen hat er es offenbar auch zu verdanken, dass er das Gefängnis ohne Übergriffe schwarzer Häftlinge verlassen kann, denn die nicht-weißen Häftlinge lassen ihn selbst nach seinem Austritt aus der Aryan Brotherhood in Ruhe. Auch daher hat sich während seines Gefängnisaufenthalts seine Idee von „Rasse“ grundlegend gewandelt.

Danny versteht nach dem Gespräch die Beweggründe seines Bruders, die beiden nähern sich einander wieder an. Noch in der Nacht schreibt Danny den verlangten Aufsatz über seinen Bruder, sich selbst gegenüber ehrlich und mit einem versöhnlichen Grundton. Dereks Vorhaben, aus der Szene auszusteigen und auch seinen Bruder herauszuhalten, scheint also Erfolg zu haben. Am nächsten Morgen jedoch wird Danny von einem afroamerikanischen Mitschüler auf der Schultoilette erschossen. Dieser hatte zu Beginn des Films zusammen mit zwei weiteren afroamerikanischen Schülern einen weißen Jungen verprügelt und Danny war dazwischengetreten.

Der Abspann des Films wird mit einem gekürzten Zitat von Abraham Lincoln eingeleitet, der nicht namentlich als Urheber genannt wird. Es stammt aus seiner ersten Antrittsrede vom 4. März 1861:

“We are not enemies, but friends. We must not be enemies. Though passion may have strained it must not break our bonds of affection. The mystic chords of memory will swell when again touched, as surely they will be, by the better angels of our nature.”

„Wir sind keine Feinde, sondern Freunde. Wir dürfen keine Feinde sein. Leidenschaft mag die Bande unserer Zuneigung anspannen, aber zerreißen darf sie sie nicht. Die mystischen Klänge der Erinnerung werden ertönen, wenn – und das ist sicher – die besseren Engel unserer Natur sie wieder berühren.“

Quelle: Wikipedia